Pony Show
Roman von Juli Zeh
Eine gefeierte Hamburger Verlegerin steht wegen Mordes an ihrem viel jüngeren Mitarbeiter vor Gericht – ohne Leiche, aber mit einer aufgepeitschten Öffentlichkeit –, und ihr Verteidiger merkt, dass er ihr immer weniger trauen kann.
- 512 Seiten
- Tempo: ausgewogen
- Anspruch: mittel
Affiliate-Links. In Deutschland gilt die Buchpreisbindung – ein neues Buch kostet überall gleich viel, auch in deiner Buchhandlung vor Ort (ISBN 9783630878652).
Leserinnen und Leser von Gesellschaftsromanen mit Krimi-Kern, Fans von Gerichtsstoffen und von Juli Zehs Zeitdiagnosen („Unterleuten“, „Über Menschen“).
Ich-Erzählung des Strafverteidigers Mark Steinert, überwiegend im Präsens, Rückblenden im Präteritum; wörtliche Rede ohne Anführungszeichen. Ton ironisch-selbstbewusst, mit genauen Beobachtungen zu Kanzlei, Familie und Medienrummel; die Spannung entsteht weniger aus Action als aus der Frage, was die schweigende Mandantin verbirgt. Prolog kurz (6 Seiten), Teil I ohne Kapitelbrüche in der Probe.
Kurzprofil
- Ähnliche Bücher: Ferdinand von Schirach, „Der Fall Collini“ (Strafprozess aus Sicht des Verteidigers); Juli Zeh, „Corpus Delicti“ (ebenfalls ein Prozess, in dem es um mehr als Schuld geht).
- Wissenswert: Zeh stellt den Roman bei großen Lesungen vor, u. a. am 26.10.2026 in der Berliner Philharmonie (berlin.de) und am 08.11.2026 im Leipziger Gewandhaus (regioactive.de), abgerufen 2026-10-14. Am Erscheinungstag stand die gebundene Ausgabe auf Platz 23 der Amazon-Gesamtliste.
Worum es geht
- Hamburg, Herbst: Bethany „Betty“ Hell, Mitte fünfzig, Chefin des traditionsreichen Lysander-Verlags, ist angeklagt, ihren Mitarbeiter Fero Lebed getötet zu haben. Sie wurde an einem kleinen österreichisch-ungarischen Grenzübergang mit Pistole und Falschgeld aufgegriffen; an der Waffe klebte Feros Blut, eine Leiche gibt es nicht.
- Erzähler ist ihr Anwalt Mark Steinert, Partner einer kleinen Hamburger Kulturkanzlei, die noch nie einen Mordfall hatte. Nach einer überraschenden Wendung am sechsten Verhandlungstag rollt er den Fall in Rückblenden neu auf – während seine Ehe und die Partnerschaft in der Kanzlei unter dem Mandat leiden.
- Zentrale Frage: Was hat Betty wirklich getan – und wer manipuliert hier wen?
Reihe & Ausgaben
- Einzelband, kein Reihenbezug; keine weiteren Werke von Juli Zeh in der Datenbank (2026-10-14).
Stimmen aus Rezensionen
- Frankfurter Rundschau (Judith von Sternburg, 14.10.2026, laut Perlentaucher-Notiz perlentaucher.de): spannend, wenn man wissen will, was wirklich geschah – dafür müsse man aber bis zum Ende lesen; Kritik: Themen wie MeToo wirken „schon etwas sehr vertraut“, das Verhältnis von Nähe und Distanz zu den Figuren irritiert, insgesamt ein etwas sprödes Buch, das dennoch zum Bestseller tauge.
- Weitere Rezensionen: noch keine gefunden (Websuchen 2026-10-14, Erscheinungstag).




